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Schwoerrede 2024

OB auf dem Schwörbalkon

Der Schwörmontag des Jahres 2024 trug ein ganz besonderes Datum.

Auf den Tag genau vor 1.170 Jahren, am 22. Juli 854, unterzeichnete König Ludwig jene Urkunde, in der Ulm zum ersten Mal erwähnt wurde.

Oberbürgermeister Martin Ansbacher erinnerte in seiner Rede vor der Bürgerschaft an diesen Geburtstag.
Die Zeremonie fand auf dem Weinhof statt, wo sich Bürgerinnen und Bürger und Freunde Ulms bei Wolken, einem leichten Schauer und anschließender Sonne versammelt hatten. Seitens des Landes Baden-Württemberg nahm der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl teil.
Es war Martin Ansbachers erste Schwörrede nach seinem Amtsantritt im März. Er benannte darin sowohl die Herausforderungen, mit denen sich die Stadt konfrontiert sieht, als auch die ausgezeichnete Ausgangslage und die Möglichkeiten, wie man ihnen begegnen kann. „Wir müssen den Herausforderungen des Klimawandels aktiv begegnen, dumpfem Populismus Einhalt gebieten, die Unterbringung und die Integration der geflüchteten Menschen gewährleisten, für bezahlbaren Wohnraum sorgen und für mehr Sicherheit und Sauberkeit in unserer Stadt. Wir müssen uns für die Transformation unserer Wirtschaft einsetzen, gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit unseres Bildungssystems gewährleisten. Und das in einer Zeit globaler Konflikte und bewaffneter Auseinandersetzungen.“
All dies verunsichere viele Menschen, gebe ihnen das Gefühl, in einer „Krisen-Dauerschleife“ gefangen zu sein. Deshalb appellierte Ansbacher: „Lassen Sie uns dem Krisenmodus ein Zukunftsbild von Ulm als Stadt der Zukunft entgegensetzen! Meine Vorstellung von unserer Stadt als Stadt der Zukunft lässt sich so umschreiben: Das Ulm der Zukunft ist modern, weltoffen, sozial, wirtschaftsstark, innovativ, smart, grün und ein Ort der Chancengerechtigkeit und der Möglichkeiten, aber vor allem ein Ort der Solidarität, der Mitmenschlichkeit und des Miteinanders. Ich lade Sie ein, diesen Weg mit mir zusammen zu gehen!“ Die Fähigkeiten dazu hat Ulm definitiv, ist die Stadt doch jüngst in einer Studie zur lebenswertesten und zukunftsfähigsten Stadt Deutschlands ermittelt worden [Handelsblatt: Ulm ist die lebenswerteste Großstadt Deutschlands].

OB auf dem Schwörbalkon

In seiner Rede wurde Oberbürger Ansbacher konkrete, welche Maßnahmen er als Stadtoberhaupt umsetzen und vorantreiben will. Dazu gehörten folgende Punkte:
In der Einführung eines Kurzstreckentickets für Ulm sehen wir einen wichtigen Meilenstein. Weiter werde ich für die Zeit der Beeinträchtigungen durch die großen Baustellen dem Gemeinderat die Wiedereinführung des ticketfreien Samstags vorschlagen.
Gemeinsam mit anderen will ich mich dafür einsetzen, dass unsere Universität künftig Albert-Einstein-Universität heißen darf.
In den Gebieten Hermannsgarten, Mähringer Weg, Egginger Weg, auf dem Areal des Blautalcenters, aber auch in den Ortschaften wird neuer Wohnraum entstehen. Die Stadt steht als Partner zur Verfügung. Es braucht aber auch eine große Wohnungsbaudebatte mit dem Ulmer Gemeinderat im Herbst dieses Jahres, um alle Möglichkeiten, die die Kommune hat, auszuloten und zu diskutieren.
Wir werden deshalb das dringend Notwendige für mehr Sauberkeit im öffentlichen Raum tun, zügig und sehr konkret, mit mehr öffentlichen Mülltonnen, mehr Reinigung, aber auch mit mehr Kontrollen und höheren Geldbußen für Müllsünder.
Eine angemessene Videoüberwachung ist aus meiner Sicht ein probates Mittel an neuralgischen Punkten – beispielsweise am Lederhof. Wir werden für mehr Beleuchtung sorgen und Angsträume beseitigen.
Unser Anspruch sollte sein, dass die zweifellos notwendigen Baustellen schnellstmöglich abgewickelt und beendet werden.
Als Oberbürgermeister sehe ich den Wunsch und den Bedarf für mehr direkten Bürgerkontakt. Daher werde ich eine feste Bürgersprechstunde und weitere Beteiligungsformate etablieren.
Mit der Ausbauoffensive der Kindertageseinrichtungen, die in diesem Jahr bereits in der 4. Auflage geht und deren Investitionsvolumen bis dato bei rund 43,5 Mio. € liegt, unternimmt die Stadt große Anstrengungen und sie wird das auch weiterhin tun.
Die teilweise scharfe, unbarmherzige und auch unsachliche Debatte um den Standort für eine Unterbringung in Wiblingen hat viel Raum eingenommen. Der Gemeinderat hat dazu mehrheitlich eine Entscheidung getroffen, die es nun umzusetzen gilt. Wir werden zeitnah weitere Standorte festlegen müssen und Unterbringungsmöglichkeiten für geflüchtete Menschen schaffen - auch wenn das zu weiteren Diskussionen führen wird.

Viele Menschen auf und an der Donau

Originell, außergewöhnlich und vielleicht auch ein bisschen anarchisch:
Das Nabada 2024 stand seinen Vorgängern in nichts nach und begeisterte
viele Tausend Zuschauer*innen an den Ufern der Donau.